Weinpaket Heller

6er Paket „Rote Trauben – Heller Wein“

Nicht aus jeder roten Traube wird auch ein Rotwein!

Regulärer Preis 64,50 €, im 6er Paket 49,50 € (15,00 € gespart).

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All for love

Waltraud Montigny ist verstorben

Heute bezeichnet man Menschen, die ohne Ausbildung und entsprechende fachliche Vorkenntnisse einen Beruf ausüben als Seiten- oder Quereinsteiger. Die Gründe, die diese Menschen dazu bewegen ihr Auskommen außerhalb der vorgezeichneten Wege zu bestreiten sind vielfältig. Bei Waltraud Montigny, und das schon, als sie noch ihren Mädchennamen Adam führte, gab es vor rund 70 Jahren nur einen Grund nicht den erlernten Beruf einer Einzelhandelskauffrau auszuüben. Nämlich aus Liebe!

Die ehrgeizige junge Frau konnte nach der Volksschule keine weiterführende Schule besuchen. Denn die finanziellen Möglichkeiten ihrer alleinerziehenden Mutter waren als Kriegerwitwe sehr beschränkt. Das hervorragende Abschlusszeugnis ermöglichte ihr allerdings eine Ausbildungsstelle in einem Bad Kreuznacher Rundfunk- und Schallplattengeschäft als Verkäuferin. Ihr Talent im Umgang mit Menschen, das sich mit ihrem fröhlich-freundlichen Wesen und großem Erinnerungsvermögen sehr positiv auf den Verkaufserfolg auswirkte, veranlasste den Eigentümer des Geschäftes dazu ihr die Leitung eines eigenen Ladens anzubieten.
Doch es kam anders. Noch während der Ausbildungszeit lernte sie 1954 die große Liebe ihres Lebens kennen: Rudolf Montigny. Als Winzermeister leitete er den Außenbetrieb eines großen Weingutes in Langenlonsheim. Auch er war Seiteneinsteiger, seine Familie hatte keinen Bezug zur Landwirtschaft. Und doch entschieden sich beide gemeinsam zur Selbstständigkeit. Zunächst mit einem Betrieb zur Rebveredlung, also dem Pfropfen von europäischen „Edelreisern“ auf (reblausfeste) amerikanische „Unterlagsreben“. Hierfür wurde nur ein Raum zum „Veredeln“ und Anziehen der Pflanzen sowie eine kleine Ackerfläche benötigt. Noch vor der Heirat 1958 kauften sie ein Grundstück, auf dem ab 1960 ein Wohnhaus und das spätere Weingut errichtet wurden.

In der darauffolgenden Aufbauzeit konnte das junge Paar mit Fleiß, Sparsamkeit und Freude an ihrer Arbeit ein Weingut aufbauen, dass die Familie mit ihren inzwischen zwei Kindern Steffen und Sascha ernähren konnte. Beide Söhne erlernten den Winzerberuf und arbeiteten im elterlichen Weingut. Nach seiner Heirat 1984 wechselte Steffen dann in den schwieger-elterlichen Weinbaubetrieb nach Planig und Sascha übernahm letztlich 1994 das Weingut in Laubenheim. Neben der Familie blieb der Weinberg aber immer der geliebte Mittelpunkt der Tätigkeit von Waltraud Montigny. Dabei arbeitete sie ihrem Mann nicht nur zu, sondern sie eignete sich durch Ehrgeiz und Neugierde das notwendige Fachwissen an, um mit ihrem Mann gemeinsam Entscheidungen für die Weiterentwicklung des Betriebes zu treffen.
Bis ins hohe Alter hinein war vor allem die Weinlese ihr Element. Der Kundenbetreuung verlieh sie weiterhin mit ihrem Charme eine persönliche Note, die Menschen dazu bewegte gerne wieder zu kommen. Auch noch in der Zeit, in der ihre Krankheit ihr nicht mehr erlaubte im Weingut mitzuhelfen, empfing sie Freunde und die Kunden des Weinguts immer mit einem Lächeln. So wird sie allen Menschen, die ihr begegnet sind in Erinnerung bleiben, als offene, freundliche Person, die vor allem an eines fest glaubte, an die Liebe – All for love!
Am 04. Februar 2026 ist Waltraud Montigny, nach schwerer Krankheit im Alter von 87 Jahren, in ihrem Haus in Laubenheim verstorben!


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